AZAV Maßnahmezulassung

An dieser Stelle möchten wir Ihnen umfassende Informationen über das weite Feld der AZAV Maßnahmezulassung geben. Neben den grundsätzlichen Anforderungen finden Sie hier auch Informationen für die Zuordnung der Maßnahmen in die Fachbereiche bzw. zu den Systematikkennziffern.

Geförderte Maßnahmen als Säule des Bildungssystems

Die Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung – AZAV – stellt vielseitige Anforderungen an die Konzeption von Maßnahmen zur Aktivierung und Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung.

Wie bei der Trägerzulassung, ist auch bei der Maßnahmezulassung eine sorgfältige Beachtung der Vorgaben sehr wichtig. Wenn eine Maßnahme nicht den Zulassungsanforderungen oder den Förderrichtlinien entspricht, riskiert der Träger den Entzug oder die Aussetzung der Maßnahme. Auch kann der Kostenträger einfach die Förderung einstellen oder Gelder zurückfordern. Auch hier spielt es keine Rolle, auf welcher Seite der Fehler lag, der Träger hat in jedem Fall den Schaden. Um Ihnen einen ersten Eindruck zu den Anforderungen der Zulassung zu geben, stellen wir im Folgenden die Kernbereiche vor.

Die Anforderungen der Maßnahmezulassung müssen der Zertifizierungsstelle in geeigneter Form zur Verfügung gestellt werden. Um den Trägern dieses Verfahren möglichst einfach zu gestalten, haben wir sowohl für Aktivierungsmaßnahmen als auch für Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung ein Anforderungsprofil erstellt. Dieses fasst die Anforderungen des SGB III, der AZAV und des Beirats nach §182 SGB III zusammen und ermöglicht somit die systematische Abarbeitung und unkomplizierte Antragstellung. Natürlich kann auch eine eigene Form der Dokumentation gewählt werden.

 

Anforderungen der AZAV für die Maßnahmezulassung

Die wesentlichen Anforderungen für die AZAV Maßnahmezulassung kommen zunächst aus dem SGB III. Der §179 SGB III legt hier fest, dass eine Maßnahme zuzulassen ist, wenn sie:

  • nach ihrer inhaltlichen Konzeption, den Methoden und eingesetzten Materialien sowie der Lehrgangsorganisation eine erfolgreiche Durchführung erwarten lässt und für den Arbeitsmarkt relevant ist,
  • angemessene Teilnahmebedingungen sowie den Inhalten entsprechende personelle, räumliche und technische Ausstattung bietet,
  • nach den Grundsätzen von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit geplant und durchgeführt wird, was insbesondere angemessene Kosten je Teilnehmer und eine Beschränkung auf die Dauer, welche notwendig ist um das Maßnahmeziel zu erreichen, voraussetzt.

Der §179 SGB III regelt zudem, dass sich die Angemessenheit der Kosten nach den jährlich von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichen Durchschnittskostensätzen für Aktivierungsmaßnahmen sowie für Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung richtet. Eine Überschreitung ist, zumindest bei Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, nur durch ein Kostenzustimmungsverfahren möglich.

Im §180 SGB III finden sich zudem weitere Anforderungen für Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung. Hier wird unter anderem gefordert, dass die jeweilige Maßnahme eine berufliche Weiterentwicklung ermöglicht oder einen beruflichen Abschluss vermittelt oder unterstützt. Es soll also vermieden werden, dass überwiegend allgemeinbindendes Wissen oder nicht berufsbezogene Inhalte vermittelt werden, solange es sich nicht um eine Maßnahmen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses, zur Förderung von Grundkompetenzen oder zur ausbildungsbegleitenden Hilfe handelt.

Ein wichtiger Punkt ist hier zudem, dass die Dauer einer Vollzeitmaßnahme, die zu einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf führt, gegenüber einer entsprechenden Berufsausbildung um mindestens ein Drittel der Ausbildungszeit verkürzt sein muss. Ist eine Verkürzung auf Grund von bundes- oder landesgesetzlicher Regelungen ausgeschlossen, so ist die Maßnahme nur förderungsfähig, wenn das letzte Drittel der Maßnahme durch andere Finanzierung gesichert ist.

 

Wie bei den Anforderungen der AZAV Trägerzulassung, sind diese Punkt wenig konkret. Daher werden Sie im §3 der AZAV weiter ausgelegt. Neben einer Festlegung für uns fachkundige Stellen, wie die Bewertung der Angemessenheit der Kostensätze zu erfolgen hat,  wird hier insbesondere auf die Eignung für eine erfolgreiche Teilnahme eingegangen. Die Kriterien sind hier:

  • Konzeption von Zielen, Dauer und Inhalten gemäß der Voraussetzungen der Zielgruppe und
  • Berücksichtigung von aktuellen Entwicklungen des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes.

Bei Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung wird zudem auf die Vorlage von erforderlichen Berechtigungen oder die Bestätigung der Eignung des Trägers als Ausbildungsstätte (z.B. IHK oder HWK) hingewiesen.

An dieser Stelle ist aber wieder nicht Schluss und die inhaltlich anspruchvollsten Anforderungen kommen erst durch weitere Konkretisierungen des Beirats nach §182 SGB III. Aber keine Sorge, unser Anforderungsprofil umfasst alle relevanten Forderungen und ermöglicht Ihnen damit eine unkomplizierte und schnelle Bereitstellung der benötigten Information.

Anforderungen des Beirats für die Maßnahmezulassung

Der Beirat nach §182 SGB III konkretisiert die Anforderungen des SBG III und der AZAV weiter. Er fordert für die Bewertung der Zulassungsfähigkeit insbesondere Aussagen und Nachweise zu den folgenden Paragrafen.

Bei § 179 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 SGB III i.V.m. § 3 Abs. 1 AZAV zu:

  • Maßnahmekonzeption inkl. Definition des Maßnahmeziels bzw. der Zielsetzung nach §45 Abs. 1 S. 1 Nr. 1, 2, 4 oder 5, zur Zielgruppe der Maßnahme, den Maßnahmeinhalte sowie den Materialien zur Vermittlung,
  • dem Methodisch-didaktischen Konzept der Umsetzung der Maßnahmekonzeption,
  • der Organisation des Lehrbetriebs (fachbereichsbezogene Qualifikation des Personals, Vertretungsregelungen, konzeptionelle und technische Unterstützung des Personals und Teilnahmekontrolle),
  • der individuellen Unterstützung der Teilnehmer im Rahmen der Maßnahme,
  • dem Konzept zur Maßnahmeerfolgskontrolle,
  • dem angestrebten Maßnahmeerfolg bzw. zum Maßnahmeerfolg bereits durchgeführter vergleichbarer Maßnahmen,
  • der Überprüfung, ob der potentielle Teilnehmende zur Zielgruppe der Maßnahme gehört und das Maßnahmeziel erreichen kann,
  • der Einschätzung der Zweckmäßigkeit der Maßnahme hinsichtlich der Lage und Entwicklung des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes,
  • der Unterstützung der Teilnehmenden bei ihren Eingliederungsbemühungen mit Hilfe der Maßnahme (Zweckmäßigkeit der Maßnahme).

 

Bei § 179 Abs. 1 S. 1 Nr. 2 SGB III zu:

  • der räumlichen, personellen und technischen Ausstattung,
  • der Berücksichtigung der Bestimmungen des Arbeits-, Gesundheits- und Datenschutzes.

 

Bei § 179 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 i.V.m. § 180 Abs. 3 Nr. 3 SGB III und i.V.m. § 3 AZAV zu:

  • den Kalkulationsgrundsätzen einschließlich der Kostendeckungs- und Ertragsrechnung,
  • der Beurteilung der Kosten einer Maßnahme (Angemessenheit und Notwendigkeit der angesetzten Kostenpositionen),
  • der Dauer der Maßnahme (Angemessenheit und Notwendigkeit der geplanten Inhalte).

 

Bei § 3 Abs. 1 Nr. 2 AZAV zu:

  • den Informationsquellen und Kontakten zur Gewinnung von Kenntnissen der Ausbildungs- und Arbeitsmarktentwicklungen,
  • den konkreten Kontakten mit Betrieben und Verwaltungen, sofern für das Maßnahmeziel erforderlich,
  • der Umsetzung der ausbildungs- und arbeitsmarktlichen Erkenntnisse in den Maßnahmen.

 

Zu guter Letzt sind ggf. noch die Festlegungen aus den Weisungen der Bundesagentur für Arbeit relevant. Diese betreffen zwar in erster Linie die Förderfähigkeit von bestimmten Aspekten, es macht jedoch wenig Sinn eine Maßnahme zuzulassen, welche später bei der Förderung durch den Kostenträger auf Probleme stößt.

Aber auch hier keine Sorge, wenn Sie fürchten den Überblick zu verlieren. Unser Anforderungsprofil für die Maßnahmezulassung berücksichtigt natürlich auch die aktuellen Anforderungen des Beirats nach §182 SGB III und weitere relevante Kriterien.

Welche Maßnahmen werden gefördert?

Zunächst ist zu unterscheiden, welche Maßnahmen durch einen öffentlichen Kostenträger gefördert werden und welche davon eine AZAV Maßnahmezulassung benötigen. Grundsätzlich gefördert werden z.B.:

  • Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung,
  • Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung,
  • Arbeitsgelegenheiten,
  • Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen.

Hiervon bedürfen, sofern sie über das Gutscheinverfahren gefördert werden sollen, in jedem Fall „Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung“ und „Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung“ einen eigene AZAV Maßnahmezulassung neben der Trägerzulassung. Keine Zulassung hingegen benötigen „Vergabemaßnahmen“ und „Maßnahmen zur Vermittlung in eine versicherungspflichtige Beschäftigung“.

 

Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung nach §45 SGB III

Die Maßnahmen sollen arbeitsmarktferne Teilnehmer mit einem grundlegenden Unterstützungsbedarf dabei helfen eine Beschäftigung zu finden und aufzunehmen. Sie haben zum Ziel:

  • an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt heranzuführen,
  • Vermittlungshemmnisse festzustellen, zu verringern oder zu beseitigen,
  • in eine versicherungspflichtige Beschäftigung zu vermitteln,
  • an eine selbstständige Tätigkeit heranzuführen,
  • bei Aufnahme einer Beschäftigung stabilisierend zu unterstützen.

Hinweise, welche Inhalte zu den jeweiligen Punkten gehören, finden Sie im nächsten Kapitel. Dies ist relevant, da je nach individuellem Bedarf aktuell nur jeweils ein Förderziel gleichzeitig auf dem Aktivierungsgutschein eingetragen wird und Maßnahmen bei der Zulassung einem Förderziel zugeordnet werden müssen. Zwar können mittlerweile mehrere Gutscheine parallel für einen Teilnehmer mit multiplen Bedarfen ausgestellt werden, dies findet in der Praxis derzeit aber noch selten Anwendung.

 

Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung nach §§81ff. SGB III

Zu den Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung gehören in der Regel alle Maßnahmen die berufsqualifizierende Inhalte umfassen. Die sind insbesondere:

  • Anpassungsweiterbildung zur Erhaltung, Erweiterung oder Anpassung bestehender beruflicher Kenntnisse,
  • Umschulung um einen neuen beruflichen Abschluss zu erlangen,
  • Maßnahmen zum Berufsabschluss, welche auf das Nachholen einer Abschlussprüfung (Externenprüfung) vorbereiten,
  • berufsanschlussfähige Teilqualifikationen, welche in Teilen absolviert werden und in der Summe zu einem Berufsabschluss führen.

Nicht zu beruflicher Weiterbildung zählen:

  • Studiengänge an (Fach-)Hochschulen,
  • Fremdsprachenunterricht,
  • Fachtagungen,
  • Existenzgründung,
  • Eignungsfeststellungen,
  • Teilnahme an einer Prüfung ohne vorangegangene Bildungsmaßnahme.

Weiterbildungen zu einem anerkannten Berufsabschluss können gefördert werden, wenn diese im Vergleich zur Erstausbildung um ein Drittel verkürzt sind. Bei nicht verkürzbare Ausbildungen kann die BA diese zu zwei Dritteln fördern, wenn die Finanzierung des letzten Drittels gesichert ist.

Ermittlung der Systematikpositionen bei beruflicher Weiterbildung

Die Bewertung der Angemessenheit der Maßnahmekosten im Rahmen der AZAV Maßnahmezulassung bestimmt sich unter anderem an den von der BA jährlich veröffentlichten Bundesdurchschnittskostensätzen für Aktivierungsmaßnahmen und Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung. Bei Aktivierungsmaßnahmen dienen diese als aktuell noch als Richtwert, bei Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung sind sie als Grenze nach oben gesetzt. Eine Überschreitung ist nur nach einem positiven Entscheid der BA in einem Kostenzustimmungsverfahren möglich. Diese wird auch über die fachkundigen Stellen initiiert und erfordert eine ausführliche Begründung für die beantragte Überschreitung. Um die Kostensätze stabil zu halten und auch in bestimmten Bereichen eine angemessene Erhöhung zu unterstützen, bietet acadCERT seinen Kunden in der Regel eine kostenlose Antragstellung an.

Um eine korrekte Ermittlung der geltenden Kostensätze für eine Maßnahme durchzuführen, müssen die Inhalte einer Systematikposition der Klassifizierung der Berufe zugeordnet werden. Hierzu ist es wichtig, dass die Inhalte notwendig sind um das angestrebte Maßnahmeziel zu erreichen und nicht aus einem fremden Systematikbereich stammen. Eine Maßnahme kann nämlich nur einer Systematikposition zugeordnet werden und darf keine unangemessene Vermischung von Inhalten enthalten.

Zur Bestimmung einer Systematikposition empfiehlt es sich nach dem beabsichtigten Abschluss im Verzeichnis der Systematikpositionen zu suchen. Sucht man z.B. nach der Systematikposition und den entsprechenden Kostensatz für eine Maßnahme mit dem Abschluss „Koch“, kann man nach diesen Abschluss in der .pdf Version der KldB2010 suchen:

Berufsklassen nach KldB2010

Suche nach Abschlüssen in den KldB2010

 

Alternativ kann man auch im Onlineverzeichnis „BERUFENET“ nach dem Abschluss suchen und sich unter „Systematikinformationen zum Beruf“ die Systematiknummer anzeigen lassen.

Hier sieht man, dass eine Maßnahme mit dem Ziel „Koch“ der Systematikposition 29302 zugeordnet ist. Den entsprechenden Kostensatz findet man, wenn nach dieser Systematikposition in der Liste der Bundesdurchschnittskostensätze für Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung sucht:

BDKS nach Systematikposition

Bestimmung eines Kostensatzes nach KldB2010

 

Hier sieht man nun, dass der Kostensatz für eine Maßnahme mit dem Abschluss „Koch“ einen maximalen Kostensatz von 5,02 Euro pro UE pro Teilnehmer haben kann. Eine Überschreitung ist, nur mit einem Kostenzustimmungsverfahren möglich. Ist Ihnen dieser Weg zu kompliziert oder haben Sie Schwierigkeiten eine Zuordnung für komplexere Maßnahmen zu finden, keine Sorge. Wir übernehmen das für Sie im Rahmen der Antragstellung!

Zuordnung von Inhalten zu den Fachbereichen bei Aktivierung

Im Gegensatz zu den Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, gibt es bei den Aktivierungsmaßnahmen keine Systematikpositionen. Hier muss eine Zuordnung zu den Fachbereichen des §45 SGB III erfolgen und eine inhaltliche Vermischung von Inhalten vermieden werden. Es gibt noch keine abschließende Festlegung der Inhalte und so obliegt es den fachkundigen Stellen hier eine entsprechende Steuerung auszuüben. Die BA hat jedoch einige Beispiele für Inhalte gegeben:

 

Beispiele für Inhalte „Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt“

  • Aktivierung des Bewerberverhaltens,
  • Stärkung der Arbeitsmarktorientierung,
  • Bewerbungscoaching und Bewerbungsunterstützung,
  • Selbstvermarktungsstrategien,
  • Unterstützung zur Entscheidungsfindung beim Perspektivwechsel,
  • Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche oder Assessment Center.

 

Beispiele für Inhalte „Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen“

  • Feststellung vorhandener berufsfachlicher Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten,
  • Vermittlung oder Anpassung berufsfachlicher Kenntnisse bis zu einer Dauer von acht Wochen (320 Maßnahmestunden),
  • Unterstützung beim Abbau berufsbezogener Vermittlungshemmnisse.

 

Beispiele für Inhalte „Heranführung an eine selbständige Tätigkeit“

  • Hilfestellung im Prozess der Entscheidungsfindung (z.B. persönliche Anforderung, Kapitalbeschaffung, mögliche Förder- programme, Markterkundung, Standortbestimmung, Versicherungsfragen, Rechtsformfragen, Risiken der Existenzgründung, Erstellung eines Businessplans),
  • Eignungsfeststellung für Existenzgründer,
  • Gründercoaching im Vorfeld der Gründung,
  • Vorbereitungsseminare.

 

Beispiele für Inhalte „Stabilisierung einer Beschäftigungsaufnahme“

  • Konfliktintervention (ggf. Moderation und Mediation),
  • Aufrechterhaltung der Motivation,
  • Unterstützung bei der Einhaltung der arbeitsvertraglichen Pflichten,
  • Unterstützung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

 

Keine Sorge, wir lassen Sie bei der Konzeption und Zuordnung von Maßnahmen bzw. Inhalten nicht alleine. Im Rahmen der Antragstellung prüfen wir die korrekte Zuordnung und zulassungsfähige bzw. förderfähige Inhalte.

Berufsanschlussfähige Teilqualifikationen

Berufsanschlussfähige Teilqualifikationen sind Maßnahmen, welche in systematischen, aufeinanderfolgenden Teilabschnitten zu einem Berufsabschluss führen. Jede Teilqualifizierung muss hierbei so konzipiert sein, dass sie dem Teilnehmer bereits die Arbeitsaufnahme auf dem ersten Arbeitsmarkt ermöglicht. Die einzelnen Teilqualifikationen müssen zusammen alle Bereiche der entsprechenden Berufsausbildung umfassen. Der Berufsabschluss wird am Ende über eine Abschlussprüfung erreicht.

Berufsanschlussfähiger Teilqualifikationen müssen eine Reihe von Kriterien erfüllen und den Konstruktionsprinzipien der Bundesagentur für Arbeit entsprechen. Beispiele für überregionale Weiterbildungsangebote, die als berufsanschlussfähige Teilqualifikationen gelten sind:

Klassische Anpassungsqualifizierungen stellen keine Teilqualifizierung dar, wenn sie nicht in die Gesamtstruktur eines Ausbildungsberufs eingebettet sind.

Wir unterstützen Sie natürlich auch bei der Zulassungen von berufsanschlussfähigen Teilqualifikationen im Rahmen der AZAV Maßnahmezulassung!

Ablauf der Maßnahmezulassung

Die AZAV Maßnahmezulassung beginnt mit einer Antragstellung durch den Fragebogen für Aktivierungsmaßnahmen oder Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung. Die Maßnahmen können Sie bequem auf der Maßnahmeliste einreichen. Nicht alle Felder sind hier für jede Art von Maßnahme zutreffend, die jeweils relevanten Aspekte werden aber für die Referenzauswahl und das spätere Zertifikat benötigt. Im Zweifel stehen wir Ihnen jederzeit für Fragen zur Verfügung. Nach Prüfung und ggf. Klärung von offenen Themen, erhalten Sie ein Angebot für das Zulassungsverfahren.

Für die Auswahl der zu prüfenden Maßnahmen gibt es ein detailliertes Verfahren ähnlich der Vorgaben zum Umfang der Trägerzulassung. Der Beirat nach §182 SGB III hat hier festgelegt, dass:

Empfehlung des Beirats: Referenzauswahl (gültig für die Fachbereiche nach § 5 Abs. 1 S. 3 Nr. 1 und 4 AZAV)
V01; Bekanntmachung am 27.08.2013. Gültig ab: 22.10.2013
Auf Antrag des Trägers kann die fachkundige Stelle eine durch sie bestimmte Referenzauswahl an Maßnahmen prüfen, die in einem angemessenen Verhältnis zur Zahl der Maßnahmen des Trägers stehen, für die er die Zulassung beantragt. Die Referenzauswahl stellt eine unabhängige und repräsentative Stichprobenauswahl dar. Der Träger ist frei in seiner Entscheidung, ob er jede einzelne Maßnahme oder eine Auswahl von Maßnahmen im Rahmen der Referenzauswahl einer Prüfung durch die fachkundige Stelle unterziehen lassen möchte.

Es können nur die Maßnahmen in die Referenzauswahl einbezogen werden, deren Kosten (auch die einzelner Maßnahmebausteine) die von der Bundesagentur für Arbeit ermittelten Bundesdurchschnittskostensätze nicht übersteigen.

Bei einer Gesamtzahl von insgesamt bis zu 30 zur Prüfung vorgelegten Maßnahmen und Maßnahmebausteinen – die Grundgesamtheit ergibt sich aus der Summe an Maßnahmen und Maßnahmebausteinen – wird eine Referenzauswahl in der Höhe von 20 Prozent gezogen; bei einer darüber liegenden Zahl richtet sich die Größe der Stichprobe nach der Quadratwurzel der Gesamtzahl der vorgelegten Maßnahmen und Maßnahmebausteine, aufgerundet auf die nächst größere ganze Zahl.

Unabhängig davon ist sicher zu stellen, dass bei Maßnahmen der Aktivierung und beruflichen Eingliederung mindestens aus jeder Zielsetzung nach § 45 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 bis 5 SGB III und bei Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung nach §§ 81, 82 SGB III aus jedem Wirtschaftszweig mindestens je eine Maßnahme bzw. Maßnahmebaustein geprüft wird.

Sollen Maßnahmen mit unterschiedlichen Zielsetzungen (§ 45 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 bis 5 SGB III) oder bei Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen zugelassen werden, so sind aus jeder Kategorie dieser Maßnahmen Stichproben zu ziehen.

Bei den Zielsetzungen der Maßnahmen der Aktivierung und beruflichen Eingliederung nach § 45 Abs. 1 S. 1 Nr. 1 bis 5 SGB handelt es sich um:
− Maßnahmen zur Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt
− Maßnahmen zur Feststellung, Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen
− Maßnahmen zur Heranführung an eine selbständige Tätigkeit − Maßnahmen zur Stabilisierung einer Beschäftigungsaufnahme.

Unter Wirtschaftszweig bei Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung ist zu verstehen:
− gewerblich-technischer Bereich
− kaufmännischer Bereich
− unternehmensbezogene Dienstleistungen
− personenbezogene und soziale Dienstleistungen.

Die fachkundige Stelle hat die unterschiedliche Dauer bei der Referenzauswahl von Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung zu berücksichtigen. Bei Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung muss gewährleistet werden, dass mindestens je eine Maßnahme der folgenden Kategorien überprüft wird, sofern Maßnahmen mit folgender Dauer zur Zulassung durch den Träger angeboten werden:
− Maßnahmen bis einschließlich 4 Wochen Dauer
− Maßnahmen über 4 Wochen bis einschließlich 6 Monate Dauer
− Maßnahmen über 6 Monate Dauer.

Bei Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung ist sicherzustellen, dass min-destens je eine Maßnahme der folgenden Kategorien überprüft wird, sofern diese Maßnahmen durch den Träger angeboten werden:
− Maßnahmen oder Maßnahmebausteine ohne Maßnahmeteile bei einem Arbeitgeber
− Maßnahmen oder Maßnahmebausteine mit Maßnahmeteilen bei einem Arbeitgeber.

….

Unabhängig von den Angaben des Trägers zur Ermittlung der Referenzauswahl sind die gesetzlichen Voraussetzungen für alle Maßnahmen – auch wenn die Maßnahmen nicht im Rahmen der Referenzauswahl einzeln überprüft werden – vor der Zulassung durch den Träger gegenüber der fachkundigen Stelle nachzuweisen und dem Antrag auf Zulassung des Maßnahmeangebots beizufügen.

….

Zu den gesetzlichen Voraussetzungen für eine Maßnahmezulassung zählen insbesondere bei nicht verkürzbaren Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung der Nachweis der Finanzierungssicherstellung auf Grund bundes- oder landesrechtlicher Regelungen sowie der Nachweis von Berechtigungen nach § 3 Abs. 5 AZAV und Bestätigungen nach § 4 Abs. 1 AZAV. Liegen die erforderlichen Nachweise vor, können diese Maßnahmen ebenso in die Referenzauswahl einbezogen werden.

Dieses Zitat aus dem Empfehlungen des Beirats ist nicht abschließend zu verstehen und soll Ihnen nur einen Eindruck davon vermitteln, welche Vorgaben auch für uns als fachkundige Stelle gelten, und dass es keine willkürlichen oder subjektiven Entscheidungen für die Durchführung des Zulassungsprozesses nach AZAV gibt.

Sagt Ihnen unser Angebot zu, erhalten Sie wie bei der Trägerzulassung ein Anforderungsprofil, abgestimmt auf die beantragte Maßnahmeart. Hiermit können Sie die erforderlichen Informationen bequem und strukturiert zusammenstellen und einreichen. Auch für die Kalkulation erhalten Sie eine Vorlage zur einfachen Aufstellung der Kostenpositionen. Die eingereichte Maßnahmedokumentation bewerten wir im Rahmen des weiteren Zulassungsverfahrens und Sie erhalten ggf. eine Auswertung der noch zu überarbeitenden Punkte oder nachzureichenden Unterlagen. Sind alle Punkte erledigt, erhalten Sie je nach Antrag ein Zertifikat mit drei- oder fünfjähriger Gültigkeit.

 

Maßnahmeüberwachung

Der Beirat und die Bundesagentur für Arbeit haben für die Aufrechterhaltung der AZAV Maßnahmezulassung eine jährliche Überwachung der Maßnahmen vorgeschrieben. Liegen Träger- und Maßnahmezulassung bei der selben fachkundigen Stelle, erfolgt die Überwachung im Rahmen der regulären Überwachungsaudits. Ist dies nicht der Fall, muss die maßnahmenzulassende Stelle zusätzlich die zugelassenen Maßnahmen prüfen. Damit Ihnen beim Wechsel der fachkundigen Stelle oder bei Trennung von Träger- und Maßnahmezulassung keine Nachteile entstehen, ist die Maßnahmeüberwachung bei acadCERT kostenfrei und verursacht somit keine zusätzlichen Kosten. Gerne übernehmen wir beim Wechsel der fachkundigen Stelle auch alle bereits zugelassenen Maßnahmen in unser Zulassungsverfahren, damit durch die alte fachkundige Stelle keine weitere Überwachung mehr erfolgen muss.

Ablauf der Kostenzustimmung im Rahmen der AZAV Maßnahmezulassung

Das Kostenzustimmungsverfahren stellt einen zusätzlichen Schritt im Rahmen der AZAV Maßnahmezulassung dar und erfordert die Einschaltung der BA in Halle. acadCERT erstellt ein Gutachten über die Notwendigkeit und Angemessenheit der Kostenüberschreitung bezogen auf die Bundesdurchschnittskostensätze und reicht dieses ein. Die BA entscheidet in der Regel binnen drei Wochen über die Zustimmung bzw. Ablehnung des Antrages. Während des Prozesses kann es vorkommen, dass seitens der BA noch weitere Informationen angefordert werden. Abgesehen von den Informationen über die Notwendigkeit der erhöhten Kostenpositionen übernehmen wir für die den gesamten Antragsprozess. Im Rahmen einer regulären Antragstellung sogar ohne zusätzliche Gebühren.

Entscheidet die BA zugunsten der Kostenüberschreitung, erteilt Sie die Zustimmung für maximal drei Jahre und die beantragten Standorte. Eine fünfjährige Zulassung ist hier derzeit nicht möglich. Eine Darstellung des Verfahrens hat die BA in Form einer kurzen Präsentation erstellt.

Für die Bewertung der Kalkulation hat der Beirat nach §182 SGB III Mindeststandards erstellt, da es in der Vergangenheit zu große Unterschiede zwischen den fachkundigen Stellen gab. Die Vorgabe sieht folgendermaßen aus:

Empfehlung des Beirats: Grundsätze zur Überprüfung von Maßnahmekalkulati- onen im Rahmen der Maßnahmezulassung nach § 179 ff. SGB III i.V.m. § 3 ff. AZAV durch die fachkundigen Stellen (gültig für Fachbereiche nach § 5 Abs. 1 S. 3 Nr. 1 und 4 AZAV) V01; Bekanntmachung am 21.12.2016. Gültig ab: 18.01.2017
Im Sinne einer einheitlichen Vorgehensweise und einer Gleichbehandlung aller Akteure werden mit dieser Empfehlung Grundsätze zur Überprüfung von Maßnahmekalkulationen beschlossen; sie sollen der Nachvollziehbarkeit und Transparenz bei der Kostenkalkulation sowie der Ver- gleichbarkeit von Maßnahmen dienen.

Nach § 179 ff. SGB III i.V.m. § 3 ff. AZAV und i.V.m. den Empfehlungen des Beirats zur Refe- renzauswahl, zur Zulassung von Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung, zur Zulassung von Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung sowie zur Zulassung von Maßnahmebausteinen ist die maßnahmezulassende fachkundige Stelle verpflichtet, im Rahmen der Zulassung auch über die Angemessenheit von Maßnahmekosten und -dauer nach den Grund- sätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit zu entscheiden.

Eine Maßnahme ist als wirtschaftlich i.S.d. § 179 Abs. 1 S.1 Nr. 3 SGB III anzusehen, wenn die Gesamtaufwendungen für die Maßnahme im Hinblick auf das angestrebte Ziel angemessen, vertretbar und notwendig sind; dabei sind sowohl die Dauer als auch die Qualität der Maßnahme zu berücksichtigen.
Im Rahmen der Maßnahmezulassung ist durch die fachkundige Stelle die Maßnahmekalkula- tion (Kostendeckungs- und Ertragsrechnung) sachgerecht zu prüfen. Dabei sind die ermittelten maßnahmebezogenen Selbstkosten sowie der angestrebte Gewinn vom Träger auszuweisen. Die Maßnahmekalkulation ist unabhängig von Über-, Unterschreitung oder Entsprechung zu den jährlich von der Bundesagentur für Arbeit ermittelten durchschnittlichen Kostensätzen (Bundes-Durchschnittskostensätzen – B-DKS) zu prüfen.

Die fachkundige Stelle muss dabei sicherstellen, dass sie bei jeder Maßnahmezulassung nach gleichen Grundsätzen arbeitet; zur Überprüfung der Kostenangemessenheit von Maßnahmen muss sie dabei über ein Regelwerk verfügen und dieses anwenden.

Die Maßnahmekalkulation des Trägers muss eindeutig, in sich plausibel, nachvollziehbar und die einzelnen Kalkulationskategorien müssen abgegrenzt sowie zuordenbar sein. Dabei sind die Maßnahmekosten (Summe aller Aufwendungen des Trägers) bezogen auf die jeweilige Maßnahme zu kalkulieren; es werden Aufwendungen (auch Abschreibungskosten) und Erträge des Trägers berücksichtigt, die mit der Durchführung der jeweiligen Maßnahme im Zusammen- hang stehen. Zuschüsse Dritter sind bei den Maßnahmekosten in Abzug zu bringen. Gemeinkosten und Gewinn können anteilig – bezogen auf die jeweilige Maßnahme – einge- rechnet werden; sie müssen in einem angemessenen Verhältnis zu den übrigen Maßnahmekosten stehen. Miet- und Personalkosten können anteilig – für den Zeitraum, für den sie tat- sächlich entstehen – in die Maßnahmekosten eingerechnet werden. Aufwände für Anteile beim Arbeitgeber bzw. in betrieblichen Lernphasen können dabei ebenso mit einbezogen werden und sind hierbei gesondert zu betrachten, da hierfür i.d.R. keine oder geringere Kosten anfallen.

Zu einer sachgerechten Prüfung gehört, dass die Entscheidung der fachkundigen Stelle über die Angemessenheit von Maßnahmekosten und -dauer sich nicht allein an Erfahrungs- und Vergleichswerten im Rahmen der Markterkundung orientiert, sondern auch an überprüfbaren objektiven Kriterien und Nachweisen. Eigenerklärungen des Trägers (ohne Nachweise) genügen diesen Anforderungen nicht.

Maßnahmekosten müssen notwendig für den Erfolg der Maßnahme sein. Das Verhältnis von Aufwand und Nutzen muss – bezogen auf die Maßnahme – gerechtfertigt sein; bspw. muss ein besonderes Equipment oder ein besonderer Personaleinsatz für den Erfolg der Maßnahme erforderlich sein. Dabei sind Ausgaben, die nicht notwendig für den Erfolg der Maßnahme sind, keine notwendigen und damit berücksichtigungsfähigen Aufwendungen. Alle Merkmale einer Maßnahme, die sich auf die entstehenden Kosten auswirken, müssen in der Maßnahmekalkulation nachvollziehbar und nachweisbar sein.

Zur Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme gehört, dass diese mit einer pädagogisch/methodisch- didaktisch und wirtschaftlich angemessenen Teilnehmerzahl konzipiert, zugelassen und durchgeführt wird; als angemessene Gruppengröße wird eine Teilnehmerzahl von fünfzehn angesehen. Von dieser Teilnehmerzahl kann aus methodisch-didaktischen oder rechtlichen Gründen abgewichen werden, sofern die räumlichen, personellen und sonstigen Gegebenheiten des Trägers dies erlauben. Sofern eine Maßnahme begründet mit einer anderen Teilnehmerzahl als fünfzehn kalkuliert und zugelassen wird, ist diese Gruppengröße verbindlicher Bestandteil der Zulassung und auf dem Zertifikat zu vermerken.

Die Kalkulation des Trägers, die der Maßnahmezulassung zugrunde liegt, und die Kalkulationsprüfung der fachkundigen Stelle müssen nachvollziehbar dokumentiert sein; dies gilt auch für Änderungen nach der Zulassung.

 

Dieses Zitat soll Ihnen auch wieder nur aufzeigen, dass es verbindliche Vorgaben für die Durchführung der AZAV Maßnahmezulassung gibt. Aber keine Sorge, unsere Antragsdokumente und insbesondere die Kalkulationsvorlage der Bundesagentur für Arbeit helfen Ihnen die notwendigen Information einfach und systematisch zu erstellen.

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